Notstrom & Ersatzstrom
Wenn das Netz ausfällt, muss Ihr Haus nicht mitmachen.
Automatische Ersatzstromversorgung mit Victron-Technik und Batteriespeicher: Ihr Haus erkennt den Ausfall, trennt sich vom Netz und läuft weiter. Ohne Handgriff, ohne Benzinkanister.
Das unbequeme Detail: PV schützt nicht vor Stromausfall
Viele Besitzer einer PV-Anlage gehen davon aus, bei einem Stromausfall zumindest tagsüber versorgt zu sein. Das Gegenteil ist der Fall. Jeder netzgekoppelte Wechselrichter muss sich bei Netzausfall sofort abschalten, so schreibt es der Netz- und Anlagenschutz vor, damit keine Spannung in ein abgeschaltetes Netz gespeist wird. Ergebnis: Die Sonne scheint, die Module könnten liefern, und das Haus ist trotzdem dunkel.
Auch die meisten Standard-Heimspeicher ändern daran nichts. Sie sind reine Eigenverbrauchsoptimierer und gehen gemeinsam mit dem Netz vom Netz. Echte Versorgungssicherheit beginnt erst mit einem System, das ein eigenes Inselnetz aufbauen kann.
Wie relevant das ist, entscheidet nicht die Statistik, sondern Ihre Situation: Homeoffice, Gefriertruhe voller Vorräte, Heizung im Winter, Tiere im Stall, ein Aquarium, medizinische Geräte. Das deutsche Netz ist gut, aber nicht unverwundbar, und regionale Ausfälle durch Unwetter, Bauarbeiten oder Netzstörungen dauern manchmal Stunden.
So funktioniert automatischer Ersatzstrom
01
Erkennen
Der MultiPlus-II überwacht das Netz permanent. Fällt es aus oder verlässt es die zulässigen Grenzen für Spannung und Frequenz, reagiert das System selbstständig. Niemand muss zuhause sein, nichts muss umgesteckt werden.
02
Trennen
Der interne Transferschalter trennt das Haus normgerecht vom öffentlichen Netz. Das ist zwingend: Ohne saubere Trennung dürfte kein Watt fließen, weil sonst Spannung auf die Leitungen der Netzmonteure geraten könnte.
03
Weiterversorgen
Das System baut in typischerweise rund 20 Millisekunden ein eigenes Inselnetz auf. Router bleiben online, Rechner laufen weiter, die Heizungssteuerung merkt nichts. Der Speicher übernimmt die Versorgung der gesicherten Kreise.
04
Nachladen
Scheint die Sonne, arbeitet die PV-Anlage im Inselnetz weiter: Das System regelt ihre Leistung über Frequenzverschiebung und lädt den Speicher nach. Bei langen Ausfällen kann zusätzlich ein Generator automatisch starten.
05
Zurückschalten
Kommt das Netz zurück, prüft das System die Netzqualität, synchronisiert sich und schaltet unterbrechungsfrei zurück in den Normalbetrieb. Der Ausfall bleibt eine Randnotiz im Monitoring-Protokoll.
Geplant wird von den Verbrauchern aus
Die wichtigste Planungsfrage lautet nicht, wie groß der Speicher ist, sondern: Was genau soll weiterlaufen? Wir teilen die Hausinstallation dafür in gesicherte und ungesicherte Kreise auf:
- Immer sinnvoll: Kühl- und Gefriergeräte, Licht in Kernräumen, Router und Kommunikation, Heizungs- oder Wärmepumpensteuerung, eine Arbeitssteckdose.
- Je nach Haushalt: Wärmepumpe komplett, Zirkulations- und Heizungspumpen, Garagentor, Alarmanlage, Aquarium oder Terrarium, medizinische Geräte.
- Bewusst außen vor: Sauna, Durchlauferhitzer, Backofen und Wallbox. Großverbraucher, die im Ausfallfall Reserve kosten, ohne den Alltag zu sichern.
Dieses Konzept entscheidet über Wechselrichterleistung, Speicherreserve und Verdrahtung. Es sorgt auch dafür, dass die Reserve im Ernstfall Tage statt Stunden trägt.
Einphasig oder dreiphasig absichern?
Ein einphasiges Ersatzstromsystem sichert einen Teil der Installation ab, typischerweise die auf eine Phase gelegten kritischen Kreise. Das ist der wirtschaftliche Einstieg und für viele Haushalte völlig ausreichend. Ein dreiphasiges System mit drei MultiPlus-II im Verbund versorgt das ganze Haus inklusive Drehstromverbrauchern wie Wärmepumpe oder Herd. Es kostet mehr, verhält sich im Ausfall aber wie ein normales Hausnetz.
| Einphasige Absicherung | Dreiphasige Absicherung | |
|---|---|---|
| Umfang | definierte kritische Kreise | gesamte Hausinstallation |
| Wechselrichter | 1 × MultiPlus-II | 3 × MultiPlus-II im Verbund |
| Drehstromverbraucher | nicht versorgt | versorgt, inkl. Wärmepumpe |
| Typische Speicher | 5 bis 10 kWh | 10 bis 20+ kWh |
| Einordnung | wirtschaftlicher Einstieg | maximale Versorgungssicherheit |
Der Sonderfall Wärmepumpe
Heizen ohne Netz ist die Königsdisziplin. Eine Wärmepumpe braucht beim Verdichteranlauf kurzzeitig deutlich mehr Leistung als im Betrieb, und viele Geräte laufen dreiphasig. Ob Ihre Wärmepumpe im Inselbetrieb laufen kann, hängt von Anlaufstrom, Phasenzahl und Speicherleistung ab. Oft reicht auch die kleinere Lösung: Nur die Heizungssteuerung und die Umwälzpumpen abzusichern hält bei einer Fußbodenheizung die Wärmeverteilung stundenlang am Leben, weil der Estrich als Puffer wirkt. Beide Wege rechnen wir für Ihr Haus konkret durch.
Generator: die Verlängerung für den Ernstfall
Für mehrtägige Ausfälle, hohe Winterlast oder landwirtschaftliche Betriebe binden wir Generatoren fest ins System ein. Der Cerbo GX startet den Generator automatisch, sobald der Ladezustand eine Schwelle unterschreitet, und stoppt ihn nach dem Laden wieder. Der Generator läuft so immer im effizienten Lastbereich und deutlich seltener, als wenn er die Versorgung allein tragen müsste. Auch die Ertüchtigung vorhandener Zapfwellen- oder Dieselaggregate ist möglich.
Ersatzstrom für Gewerbe und Landwirtschaft
Im Betrieb ist ein Stromausfall keine Unannehmlichkeit, sondern ein bezifferbarer Schaden: verdorbene Kühlware, stehende Melktechnik, abgestürzte Server, Produktionsausschuss. Wir planen Ersatzstromkonzepte für genau diese Fälle, von der USV-artigen Absicherung einzelner Prozesse bis zum Gewerbespeicher, der Peak Shaving im Alltag mit Backup im Störfall kombiniert. Mehr dazu auf der Seite Gewerbespeicher.
Aus der Praxis: Die Kombination zählt. Ein Speicher, der im Alltag Eigenverbrauch optimiert und im Störfall die Versorgung hält, rechnet sich doppelt, an jedem normalen Tag und an dem einen Tag, an dem es darauf ankommt.
Häufige Fragen
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Wir prüfen Installation, Verbraucher und Ziele und legen ein Ersatzstromkonzept aus, das zu Ihrem Haus passt. Vom Einstieg bis zur Vollversorgung.